{"id":4325,"date":"2020-03-12T13:24:33","date_gmt":"2020-03-12T13:24:33","guid":{"rendered":"http:\/\/waelderfuermorgen.de\/?page_id=4325"},"modified":"2020-03-12T13:24:33","modified_gmt":"2020-03-12T13:24:33","slug":"ziele-und-handlungsrahmen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/waelderfuermorgen.de\/?page_id=4325","title":{"rendered":"Ziele und Handlungsrahmen"},"content":{"rendered":"<p>Das Hauptaufgabenfeld der Stiftung ist die Sicherung, Verwaltung, Betreuung, Pflege und Entwicklung europ\u00e4isch bedeutsamer Schutzgebiets-Fl\u00e4chen im nordostdeutschen Tiefland (Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern).<\/p>\n<p>Mit einem speziellen, in laufender Fortentwicklung befindlichen Konzept einer \u201enaturschutzorientierten Waldpflege\u201c will die Stiftung auf den von ihr betreuten Waldfl\u00e4chen in einem modellhaften, integrativen Ansatz praktisch aufzeigen, dass Waldnaturschutz auf hohem fachlichem Niveau sehr gut verbunden werden kann mit einer vorsichtigen und ma\u00dfvollen, auf Stark- und Wertholz ausgerichteten, dauerwaldartigen Waldpflege. \u00dcber diese \u201enaturgem\u00e4\u00dfe Waldwirtschaft\u201c hinaus verfolgt die Stiftung ein konsequentes Biotopholz-Management zur langfristigen Wiederherstellung und dauerhaften Erhaltung eines ausreichenden Baumh\u00f6hlen- und Totholztypen-Angebotes sowie ein sog. \u201eGigantenprogramm\u201c mit dem Ziel, Einzelb\u00e4ume zu Maximaldimensionen ausreifen zu lassen.<\/p>\n<p>So finden derzeit und k\u00fcnftig auf der gleichen Fl\u00e4che \u2013 also integrativ verbunden \u2013 sowohl einzelbaumweise Nutzungen (\u201e\u00f6konomische Wertsch\u00f6pfung\u201c zur Erzielung von Deckungsbeitr\u00e4gen) als auch ein konsequenter Schutz aller wertvollen Biotop- und Sonderstrukturen (\u201e\u00f6kologische Wertsch\u00f6pfung\u201c) statt. Da die von der Stiftung \u00fcbernommenen Waldfl\u00e4chen in fr\u00fcherer Zeit \u00fcberwiegend als Altersklassenw\u00e4lder begr\u00fcndet und in der Folge intensiv genutzt wurden, stellt der Umbau und die \u00dcberf\u00fchrung solcher Best\u00e4nde in struktur- und totholzreiche W\u00e4lder mit kleinfl\u00e4chiger Baumartenmischung sowie hoher Alters- und Durchmesserspreitung eine auf lange Sicht vorrangige Aufgabe dar.<\/p>\n<p>Durch die skizzierte \u2013 im umfassenden Sinne \u2013 nachhaltige Behandlung sollen \u201eW\u00e4lder f\u00fcr Morgen\u201c entstehen, die unsere Kinder und Kindeskinder zum Staunen bringen und andernorts in solcher Zusammensetzung, Reife und Sch\u00f6nheit nicht anzutreffen sind.<\/p>\n<p>Zum anderen soll ein anschaulicher Kontrapunkt gesetzt werden zu aktuellen \u2013 aus Sicht des Waldnaturschutzes negativen \u2013 Tendenzen in der Waldbewirtschaftung (zunehmende \u201emaschinengerechte\u201c Homogenisierung; Senkung der Erntealter etc.). Mit dem Altwerden- bzw. Ausreifenlassen von Einzelb\u00e4umen zu Maximaldimensionen und der zielgerichteten Einbeziehung und Nutzung der sich einstellenden biologischen Automatismen (\u201eGratiskr\u00e4fte der Natur\u201c) sollen Wege und Prozesse eingeleitet und aufgezeigt werden, die sowohl in \u00f6kologischer als auch in \u00f6konomischer Hinsicht beispielgebend sein k\u00f6nnen \u00fcber die Grenzen der Schutzgebietsfl\u00e4chen hinaus. Erg\u00e4nzt wird dies durch die Suche und den zunehmenden Einsatz speziell angepasster, pfleglicherer Arbeitsverfahren.<\/p>\n<p>Die Stiftung unterh\u00e4lt in ihrem Bereich auch nicht weiter genutzte, als \u201eKernzonen\u201c gef\u00fchrte Fl\u00e4chen und betrachtet diese Prozessschutzw\u00e4lder auch mit wissenschaftlichem Interesse als nat\u00fcrliche \u201eFreilandlaboratorien\u201c und Referenzfl\u00e4chen (wie macht es die Natur selbst?). Gleichwohl ist sie sich der Tatsache bewusst, dass im dichtbesiedelten Mitteleuropa mit seinem vergleichweise geringen Schutzgebietsanteil ein rein segregativer Ansatz im Waldnaturschutz (reine Prozessschutzfl\u00e4chen innerhalb der Schutzgebietsgrenzen als naturschutzfachliches Optimum \/ schlagweise Intensiv-Forstwirtschaft au\u00dferhalb der Schutzgebiete als kurzfristig betrachtet \u00f6konomisch-technisches Optimum) nicht zielf\u00fchrend sein kann. Es bedarf daher gerade auf Fl\u00e4chen ohne vorrangigen Nutzungsdruck der Entwicklung kreativer und innovativer waldbaulicher Ans\u00e4tze mit Ausstrahlungswirkung!<\/p>\n<p>Die Stiftung versteht ihr Konzept auch als idealtypischen, praktischen L\u00f6sungsbeitrag zu einer integrierten Entwicklung im strukturschwachen l\u00e4ndlichen Raum, die natursch\u00fctzerische Erhaltungs- und wirtschaftliche Nutzungsaspekte \u201esanft\u201c miteinander verbindet. Die Erhaltung und Schaffung einzigartiger, naturnaher Waldbilder mit entsprechender Biotop- und Artenausstattung liefert in diesem Sinne au\u00dferdem einen wertvollen Beitrag f\u00fcr die Entwicklung naturvertr\u00e4glicher Tourismuskonzepte in den jeweiligen Regionen. Unter anderem im Rahmen solcher Konzepte verschiedene gesellschaftliche Gruppen, insbesondere Kinder und junge Heranwachsende, an die Themen Wald, nachhaltiges Wirtschaften, Natur- und Umweltschutz heranzuf\u00fchren und in die praktische Arbeit miteinzubeziehen, ist der Stiftung ein weiteres wichtiges Anliegen.<\/p>\n<p>Derzeit betreut die Stiftung unter dem Dach ihres stiftungseigenen \u201eZweckbetriebs Versuchs- und Lehrwald\u201c insgesamt sechs eigene Naturschutzgebiete mit \u00fcberwiegendem Waldanteil im Baruther Urstromtal (NSG Sch\u00f6bendorfer Busch), im Biosph\u00e4renreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg (NSG Gadow), in der Mecklenburgischen Schweiz (NSG Gruber Forst und NSG Teterower Heidberge), im Nebeltal n\u00f6rdlich von Krakow am See (NSG Nebel) sowie das \u00f6stlich von G\u00fcstrow gelegene NSG Schlichtes Moor.<\/p>\n<p>Im Rahmen des Bundesprogramms zum Schutz des sog. Nationalen Naturerbes (NNE) hat die Stiftung in den letzten Jahren nochmals Verantwortung f\u00fcr weitere, naturschutzfachlich hochwertige Offenland- und Wald-Bereiche in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg \u00fcbernommen, darunter die nahe Teterow gelegenen Naturerbe-Gebiete (NEGs) \u201eTh\u00fcrkower Bruch\u201c und \u201eBruchwald am Malchiner See\u201c (jeweils Wald) sowie die k\u00fcnftig nur noch extensiv genutzten, an der Peene gelegenen Niedermoor-NEGs \u201eAlt S\u00fchrkower Wiesen\u201c und \u201eLelkendorfer Wiesen\u201c (jeweils Schreiadler-Nahrungshabitat). Der Westteil des NSGs Remplin und zahlreiche kleinere Offenland-, Wald- und Gew\u00e4sserfl\u00e4chen in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte (in MV) sowie Oberhavel, Prignitz, Potsdam, Dahme-Spree und Teltow-Fl\u00e4ming (jeweils in BR) runden die stiftungseigene Kulisse wertvoller Naturschutzfl\u00e4chen des Nationalen Naturerbes ab.<\/p>\n<p>Mit dem in Privatbesitz befindlichen Waldgebiet \u201eNaturparadies Havelknie\u201c, am und teilweise im NSG Kleine Schorfheide innerhalb des Naturparkes Uckerm\u00e4rkische Seen gelegen, besteht eine Kooperationsvereinbarung. So kann die Stiftung die meisten ihrer naturschutzfachlichen Zielsetzungen auch hier planen, direkt umsetzen und langfristig verfolgen.<\/p>\n<p>Interessierten jungen Leuten bietet die Stiftung ebenso wie anderen heimischen und\/oder gastierenden Wald- und Naturfreunden jeden Alters die M\u00f6glichkeit, aktiv an der Stiftungsarbeit mitzuwirken. So ist die Stiftung beispielsweise mit ihren Au\u00dfenstellen Nord in F\u00fcrstenberg (Havel) und S\u00fcd (Sch\u00f6bendorf im Baruther Urstromtal) viele Jahre schon Einsatzstelle f\u00fcr das Freiwillige \u00d6kologische Jahr in Brandenburg. Ferner k\u00f6nnen das ganze Jahr \u00fcber Sch\u00fcler- und Studentenpraktika absolviert werden. Auch Urlauberfamilien, die sich aktiv an der praktischen Wald- und Naturschutzarbeit beteiligen wollen, sind herzlich willkommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Hauptaufgabenfeld der Stiftung ist die Sicherung, Verwaltung, Betreuung, Pflege und Entwicklung europ\u00e4isch bedeutsamer Schutzgebiets-Fl\u00e4chen im nordostdeutschen Tiefland (Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern). 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