Projekt Schulwald Carolinum

Die Projektidee des Projekts Schulwald Carolinum entstand im Jahr 2020  in enger Zusammenarbeit zwischen der Stiftung Wälder für Morgen und dem Gymnasium Carolinum Neustrelitz. Langfristig (über einen Zeitraum von zunächst ca. 30 Jahren) stellt die Stiftung Wälder für Morgen dem Gymnasium Carolinum ca. 80 ha stiftungseigene Wald- und Offenlandflächen zur Verfügung (der Begriff “Schulwald” dient hier also eher als Überbegriff, der auch andere Ökosysteme umfasst). Das Projekt hat mit einer Fläche von zunächst 7 ha im Januar 2021 begonnen. Schüler:innen der 9. Klasse haben an einer Einführungspräsentation über die Wechselbeziehungen zwischen dem Wald und dem Klimawandel, sowie zwei Workshops und einer Exkursion in ihren Schulwald teilgenommen. Bei der Exkursion haben sie eine langfristige Beobachtungsfläche (Dauerbeobachtungsfläche) in einem zum Waldumbau anstehenden Kiefernreinbestand angelegt, u.a. auch um dessen bisherige und künftige Kohlenstoff-Speicherleistung zu ermitteln. 

Anders als in anderen Schulwaldprojekten, soll das Projekt nicht nur in unterschiedlichste Fächer eingebunden werden, sondern die Schüler:innen erhalten auch die Möglichkeit, intensiv in die Betreuung, Pflege und Entwicklung der Flächen integriert zu werden. Dabei sollen sie ein Gefühl von Verantwortung und starker Identifikation mit „ihrem“ Schulwald entwickeln können. Das Schulwaldprojket soll den Schüler:innen außerdem zeigen, wie man in der Natur wissenschaftlich arbeitet und auch die Folgen des Klimawandels auf den Wald untersuchen kann. In einem grundsätzlich interdisziplinären Ansatz entwickeln die Schüler:innen eigene Ideen und sind sowohl an Forschungsprojekten als auch praktischen Maßnahmen im Gelände unmittelbar beteiligt. Der Schwerpunkt liegt dabei meist auf dem Klimawandel. Die Schüler:innen lernen dabei nicht nur viel über den Klimawandel, sondern erhalten auch die Möglichkeit, ganz konkret und persönlich aktiv gegen den Klimawandel vorzugehen. 

Unsere neue Interpretation eines “Schulwaldes“ ist noch sehr jung und setzt neue sinnstiftende Akzente im Bereich der Umweltbildung und Umwelterfahrung/-identifikation. Basierend auf den Erfahrungen, die wir in den nächsten Jahren sammeln werden, wird sich zeigen, ob unser „Pilotprojekt“ in Zukunft auch an anderen Schulen umgesetzt werden kann.

Projektleiterin und Stiftungsratsmitglied, Alexa Beaucamp, hat im Rahmen ihres Umweltpolitik- und Wirtschaftsstudiums an der London School of Economics ihre Bachelor-Arbeit über die Startphase des Projekts geschrieben und untersucht, welche Wirkung das Projekt auf die Schüler:innen hatte. Ihre qualitativen und quantitativen Analysen deuten darauf hin, dass die Schüler:innen durch ihre Teilnahme am Projekt deutlich mehr Sensibilität und Wissen über die Wechselbeziehungen zwischen Wald und Klimawandel gewonnen haben. Durch das erlangte Wissen scheinen die Teilnehmer:innen ein größeres Bewusstsein über die Ursachen und potentiellen Konsequenzen von Umweltproblemen entwickelt zu haben. Der Stolz auf „ihren“ Schulwald und die Einsicht in dessen Bedrohung durch die Klimaveränderungen motivierte sie, sich künftig stärker als bisher für die Umwelt einzusetzen und ihr eigenes Verhalten zu ändern.

In diesem Flyer finden Sie weitere Details zu unserem Projekt. Hier können Sie die Bachelor-Arbeit unserer Projektleiterin, Alexa Beaucamp, auf Englisch lesen. Sprechen Sie uns bei Fragen gerne persönlich an!